Meine Aquaponik-Fehler: Teil 12 – Bau mit IBCs

Fehler helfen beim Lernen. Damit Du aber nicht die gleichen Aquaponik-Fehler machen musst wie ich, beschreibe ich in dieser kleinen Artikelserie meine Fehler beim Bau und Betrieb der Aquaponik.

IBC sind eine kostengünstige Möglichkeit relativ schnell aus einem sicheren Material Fischtanks und Pflanzbeete zu bauen.

Bei dem Bild oben sieht man allerdings, dass bei der Nutzung eines IBC für Fischtank und Pflanzbeet nur gute 600l Volumen für die Fische übrig bleiben. Selbst wenn man einen kompetten IBC mit abgeschnittenem Deckel nutzt, hat man nicht mehr als 1000l zur Verfügung. Das ist in vielen Fällen aus den folgenden Gründen nicht genug Volumen.

  • Bei halbwegs artgerechter Haltung sollten größere Fische mehr Raum zum Schwimmen haben.
  • 1000l erwärmen sich im Sommer schnell.
    Warmes Wasser nimmt nicht so viel Sauerstoff auf und kann zu Problemen für die Fische führen.
  • Im Winter kühlen 1000l sehr schnell aus.
    Es gibt Untersuchungen, wie viele Kalorien die Fische einsetzen müssen, um schnelle Temperaturänderungen auszugleichen.
    Die schnellen Temperaturänderungen bedeuten für die Fische Stress und verhindern gutes Wachtum und hohe Fischgesundheit.
  • Auch chemisch können kleine Systeme schneller umkippen, was z.B.den pH-Wert angeht.

Man könnte mehrere IBC koppeln.

  • Dann hätte man allerdings sehr anfällige Klebe- oder Schraubverbindungen.
  • Außerdem wäre zu beachten, ob man sich nicht z.B. mit dem Kleber eine Schadstoffbelastung in das System holt.
  • Die Übergänge zwischen den Tanks wären nur schwer zu erreichen und zu reinigen.

Meine Aquaponik-Fehler: Teil 11 – Die Tanks und Pflanzbeete nicht streichen

Fehler helfen beim Lernen. Damit Du aber nicht die gleichen Aquaponik-Fehler machen musst wie ich, beschreibe ich in dieser kleinen Artikelserie meine Fehler beim Bau und Betrieb der Aquaponik.

Die helle Plastikblase eines IBC ist recht lichtdurchlässig. Dieses Licht nutzen Algen, um in den Tanks und Pflanzbeeten zu wachsen. Die Algen verbrauchen damit Nährstoffe der Nutzpflanzen und belasten beim Abbau das System. Daher sollte man Tanks und Pflanzbeete aus IBC-Blasen vor der Verwendung von außen streichen oder verkleiden (s.a. Thema Isolierung).

Bei den Pflanzbeeten macht es Sinn, einen 2-3 cm breiten vertikalen Streifen an einer gut einsehbaren Stelle frei zu lassen, damit man den Wasserstand in den Pflanzbeeten kontrollieren kann.

Dunkle IBC hätten auch das Stressniveau meiner Schleie von Anfang an reduziert. Wie ich erst nach meinem Beginn mit den Schleien in einem wissenschaftlichen Papier gelesen habe, bevorzugen Schleie dunkle Haltungsbedingungen, wenn man ihnen verschiedene Habitate im Fischtank anbietet.

IBC-Aquaponik im Rohbau
IBC-Aquaponik im Rohbau

Meine Aquaponik-Fehler: Teil 10 – Wasserlinsen direkt in die Fischtanks setzen

Fehler helfen beim Lernen. Damit Du aber nicht die gleichen Aquaponik-Fehler machen musst wie ich, beschreibe ich in dieser kleinen Artikelserie meine Fehler beim Bau und Betrieb der Aquaponik.

Vor Einsetzen der Fische habe ich Wasserlinsen aus unserem Teich als Ergänzungsnahrung in die Tanks gesetzt und vermehrt. Die Wasserlinsen haben allerdings nur wenige Vor- aber viele Nachteile.

Vorteile

  • Sie dienen den Fischen als natürliche Nahrungsergänzung.
  • Hm…

Nachteile:

  • Beim Einsetzen der Syphonspülung werden die Linsen unter Wasser gedrückt und verstopfen dann Pumpen, Schläuche und Rohre.
  • Es werden immer einige in die Pflanzbeete gespült, die dann entfernt werden müssen, um das Substrat nicht zu verstopfen.
  • Wasserlinsen verdecken die Sicht auf die Fische und verhindern damit die wichtige Beobachtung.
  • Sie machen es unmöglich genau zu wissen, wie viel Nahrung die Fische aufgenommen haben, da die verzehrte Biomasse nicht bekannt ist.
  • Bei der Entnahme aus Teichen können sie Parasiten und Krankheiten in das System eintragen.
  • Die Wasserlinsen entnehmen dem Wasser die Nährstoffe, die eigentlich für die Nutzpflanzen in den Pflanzbeeten bestimmt sind.

Alles in in allem war es also keine so gute Idee, Wasserlinsen in die Aquaponik einzubringen.

Falls Du Wasserlinsen trotzdem nutzen möchtest, empfehle ich, sie in einem separaten Tank innerhalb des Kreislaufs zu ziehen. Vor dem Füttern kann man sie dann wiegen und z.B. in einem Futterring außerhalb der Strömung des Siphons verfüttern.

Meine Aquaponik-Fehler: Teil 9 – Zur falschen Jahreszeit anfangen

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Ich hatte gewerkelt und gemacht, die Anlage war bereit, die Filter eingefahren und schwuppdiwupp war es auch schon Ende August, bis ich auch endlich Schleie bei uns in der Region beschaffen konnte.

Damit ging dann gleich eine frische Anlage mit einem unerfahrenen Betreiber in die kritischste Zeit des Jahres: Herbst.

Im Herbst fahren die Fische ihren Stoffwechsel herunter, bis sie bei ~8° Wassertemperatur das Fressen ganz einstellen. Um die Biofilter nicht abzutöten, muss die Temperatur in der Anlage allerdings über 5° bleiben. Die Fische werden also in einem sehr engen Grenzbereich zwischen Winterruhe ohne Nahrungsaufnahme und normalem Fressverhalten gehalten. Wenn das nicht klappt, bedeutet das enormen Stress für die Tiere, der sie krankheitsanfällig macht.
Trotz intensiver Vorbereitung und gewissenhafter Betreuung der Anlage war ich als völliger Anfänger der Vielzahl der verschiedenen Aufgaben und Faktoren nicht vollständig gewachsen und habe dadurch einige Tiere verloren.

Da es einem als Betreiber einer Aquaponik aber immer ein Anliegen sein sollte, dass es den Tieren gut geht und sie nicht leiden müssen, war es aus der Rückschau ein großer Fehler, nicht bis zum nächsten Frühjahr mit dem Start in die Aquaponik zu warten.

Ein Start im Frühjahr bedeutet auch, dass die Pflanzbeete mit einem eingewachsenen Pflanzenbestand und einer stabilen Wurmpopulation ihre Filteraufgabe vollständig erfüllen können. Durch den späten Start im Herbst hatten die Filter nicht genug Zeit, ausreichende Reife zu erreichen.

Meine Aquaponik-Fehler: Teil 8 – Biomasse der Besatzfische nicht erfassen

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Einsetzen der ersten Schleie

Fische haben entsprechend ihrer Größe und Entwicklungsphase einen spezifischen Nährstoffbedarf. Damit sie sich gut entwickeln, muss dieser immer durch die Fütterung gedeckt werden.

Andererseits darf auch nicht zu viel gefüttert werden, da sonst unerwünschte Abbauprodukte im Wasser entstehen, die die Fische vergiften können.

Deshalb ist es absolut notwendig die Fische vor dem Einsetzen zu wiegen, damit Du genau weißt, wie hoch ihr Nähstoffbedarf ist. Den weiteren Bedarf kann man mit Hilfe von Wachstumstabellen hochrechnen. Wenn dazu allerdings der Startwert fehlt, bist Du dauerhaft im Blindflug

Meine Aquaponik-Fehler: Teil 7 – Mangelnde Sorgfalt bei Materialauswahl

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Tank 2 kurz nach der Inbetriebnahme

Ursprünglich habe ich das Wasser aus den Fischtanks mit einer Ringleitung auf den Pflanzbeeten verteilt (s. Foto).

Ein Grund davon abzurücken war der Pflegeaufwand, da die Leitungen regelmäßig mit Hochdruck durchgespült werden müssen.

Ein weiterer, wichtiger Grund war allerdings das Material der Leitungen: PVC
PVC enthält u.a. Phthalate, die in Lebewesen hormonell wirksam werden.

Das Material der IBCs selbst ( HDPE – High Density Polyethylen) gilt als unbedenklich. Allerdings ist hier zu beachten, was in den IBCs gelagert wurde. Wenn es sich dabei nicht um Lebensmittel handelte, musst Du davon ausgehen, dass sich Schadstoffe im Kunststoff eingelagert haben, die auch durch gründliches Waschen nicht entfernt werden können.

Meine Aquaponik-Fehler: Teil 6 – Zu wenig Würmer im Biofilter

Fehler helfen beim Lernen. Damit Du aber nicht die gleichen Aquaponik-Fehler machen musst wie ich, beschreibe ich in dieser kleinen Artikelserie meine Fehler beim Bau und Betrieb der Aquaponik.

In einer „klassischen“ Aquaponik gibt es einen Wasserkreislauf, der Fischtanks und Pflanzbeete verbindet. Dabei ist es nicht nur schwierig in den jeweiligen Bereichen optimale Bedingungen für Fische und Pflanzen zu schaffen (pH, Nährstoffe), sondern auch die festen Ausscheidungen der Fische können zu einem Problem in den Biofiltern/Pflanzbeeten werden.

Setzen sich über die Zeit größere Mengen dieser Feststoffe im Substrat der Filter ab, so können sich darin anaerobe (sauerstofffreie), faulende Zonen bilden.
In neueren Anlagenkonzepten wird deshalb entweder das Wasser aus den Fischtanks über Absetzbecken oder Filter geführt, bevor es in die Pflanzbeete geleitet wird, oder es werden gleich getrennte bzw. mehrstufige Kreisläufe für die verschiedenen Bereiche geplant.

Eine Lösung des Problems bei Anlagen mit einem Kreislauf ist es, in die Pflanzbeete Würmer einzusetzen, die die Feststoffe verarbeiten und damit deren Inhaltsstoffe auch noch für die Pflanzen verwertbar machen.

Leider hatte ich zu Beginn keine hinreichende Zahl von Würmern in die Pflanzbeete eingesetzt und es entstanden ein paar tote, faulige Zonen. Mittlerweile ist die Population der Würmer so groß, dass sie sich gut selbst erhält. Einige Würmer werden nämlich auch immer beim Fluten der Beete in die Fischtanks gespült, was die Bewohner stets sehr freut.

Meine Aquaponik-Fehler: Teil 5 – IBCs in der Erde vergraben

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Die Idee ist grundsätzlich gut: Durch das Eingraben der Fischtanks im Erdreich werden diese zusätzlich isoliert und die Arbeitshöhe an den Tanks und Pflanzbeeten wird ergonomischer. Leider habe ich beim Eingraben einen wesentlichen Fehler gemacht…

Wie auf dem Bild zu sehen ist, entstehen durch das Eingraben des IBCs sehr leicht größere Hohlräume. Diese komplett beim Eingraben zu verfüllen ist schwierig bis unmöglich – besonders, wenn der IBC wie hier nicht von allen Seiten zugänglich ist.

In meinem Gewächshaus nutzen immer wieder Mäuse diese Hohlräume. Dadurch habe ich besonders im Winter schon innerhalb von ein bis drei Tagen komplette Beete mit Spinat und Mizuna an die kleinen Nager verloren.

Die Bekämpfung der Mäuse ist sehr schwierig, da ich aus naheliegenden Gründen kein Gift einsetzen möchte. Daher bleibt eigentlich nur, die IBCs wieder auszugraben und die Aquaponik neu aufzustellen.

Meine Aquaponik-Fehler: Teil 4 – Mangelnde Aufzeichnungen

Fehler helfen beim Lernen. Damit Du aber nicht die gleichen Aquaponik-Fehler machen musst wie ich, beschreibe ich in dieser kleinen Artikelserie meine Fehler beim Bau und Betrieb der Aquaponik.

Wann war die Reinigung der Leitungen? Wie haben sich die Wasserwerte entwickelt? War Pumpe 1 oder 2 zuletzt ausgefallen? War die nicht schon mal ausgefallen?

Am Anfang habe ich viel zu wenig dokumentiert, von dem was in der Anlage vor sich ging. Es reicht nicht z.B. täglich Wasserwerte zu messen. Trägt man die Messwerte in eine Tabelle ein, ist viel besser eine Entwicklung abzusehen. Außerdem hat man dann längere Zeiträume im Überblick.

Ich dokumentiere deshalb Wasserwerte, Futtergaben und besondere Vorkommnisse oder Beobachtungen. Dazu verwende ich eine Liste im OpenDocumentFormat. Du kannst Dir das Dokument herunterladen und in OpenOffice oder LibreOffice (notfalls auch in MS Office 😉 ) bearbeiten.

Wenn Du eine Nextcloud mit Collabora besitzt, kannst Du das Dokument auch im Browser z.B. auf einem Tablet an der Anlage ausfüllen und am PC weiterverarbeiten..

Meine Aquaponik-Fehler: Teil 3 – Kein Backup für Sauerstoffversorgung

Fehler helfen beim Lernen. Damit Du aber nicht die gleichen Aquaponik-Fehler machen musst wie ich, beschreibe ich in dieser kleinen Artikelserie meine Fehler beim Bau und Betrieb der Aquaponik.

Dieser Fehler gehört zu den folgenschwersten.

Im Normalbetrieb wird durch das Spülen der Pflanzbeete das in die Fischtanks zurückfließende Wasser hinreichend mit Sauerstoff angereichert. Leider gibt es folgende Probleme, die ich alle erlebt habe und die leider einige Fische das Leben gekostet haben.

  • Pumpen fallen komplett aus oder verstopfen.
    Regelmäßige Reinigung der Rohre, Schläuche und Pumpen gehört zu den wiederkehrenden Wartungsarbeiten einer Aquaponik.
    Leider kommt es trotzdem immer wieder vor, dass Pumpen komplett ausfallen oder verstopfen. Leider machen sie das vorzugsweise im Hochsommer und wenn man über das Wochenende abwesend ist.
    Ein Ausweg ist die redundante Auslegung der Pumpen. Das bedeutet, zwei Pumpen pro Tank zu betreiben.
  • Leider schützen auch zwei Pumpen nicht vor einem längeren Stromausfall. Wieder im Hochsommer und wieder an einem langen Wochenende hatte es die Sicherung eines Stromkreises bei uns erwischt.
    Mit zwei Stromkreisen wäre man etwas sicherer unterwegs, aber auch das schützt nicht vor einem Ausfall beim Versorger.

Was kann man tun:

  • Man sollte Systeme immer redundant auslegen. Das kann bedeuten zwei Pumpen an zwei Stromkreisen zu betreiben und vielleicht die Pumpen über eine USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung) abzusichern.
  • Eine weitere Form der Redundanz ist eine solar betriebene Teichbelüftung (Luftpumpe mit Sprudelstein). Da die kritischen Tage immer Sommertage sind, an denen die Sauerstoffsättigung schnell kritisch wird, sind solare Belüfter auch ohne Pufferbatterie eine gute Absicherung gegen Fischsterben durch Pumpenausfall. Seit ich diese Teichbelüfter in meinen Tanks einsetze, hatte ich keine Probleme mehr.
    Ob kleine solare Teichbelüfter ausreichend sind, ist natürlich auch von der Besatzdichte abhängig. Bei hoher Besatzdichte macht wahrscheinlich zusätzlich eine USV Sinn, da dann auch die Toxizität des Ammoniaks aus den Fischausscheidungen mehr Gewicht bekommt.