Meine Aquaponik-Fehler: Teil 11 – Die Tanks und Pflanzbeete nicht streichen

Fehler helfen beim Lernen. Damit Du aber nicht die gleichen Aquaponik-Fehler machen musst wie ich, beschreibe ich in dieser kleinen Artikelserie meine Fehler beim Bau und Betrieb der Aquaponik.

Die helle Plastikblase eines IBC ist recht lichtdurchlässig. Dieses Licht nutzen Algen, um in den Tanks und Pflanzbeeten zu wachsen. Die Algen verbrauchen damit Nährstoffe der Nutzpflanzen und belasten beim Abbau das System. Daher sollte man Tanks und Pflanzbeete aus IBC-Blasen vor der Verwendung von außen streichen oder verkleiden (s.a. Thema Isolierung).

Bei den Pflanzbeeten macht es Sinn, einen 2-3 cm breiten vertikalen Streifen an einer gut einsehbaren Stelle frei zu lassen, damit man den Wasserstand in den Pflanzbeeten kontrollieren kann.

Dunkle IBC hätten auch das Stressniveau meiner Schleie von Anfang an reduziert. Wie ich erst nach meinem Beginn mit den Schleien in einem wissenschaftlichen Papier gelesen habe, bevorzugen Schleie dunkle Haltungsbedingungen, wenn man ihnen verschiedene Habitate im Fischtank anbietet.

IBC-Aquaponik im Rohbau
IBC-Aquaponik im Rohbau

Meine Aquaponik-Fehler: Teil 10 – Wasserlinsen direkt in die Fischtanks setzen

Fehler helfen beim Lernen. Damit Du aber nicht die gleichen Aquaponik-Fehler machen musst wie ich, beschreibe ich in dieser kleinen Artikelserie meine Fehler beim Bau und Betrieb der Aquaponik.

Vor Einsetzen der Fische habe ich Wasserlinsen aus unserem Teich als Ergänzungsnahrung in die Tanks gesetzt und vermehrt. Die Wasserlinsen haben allerdings nur wenige Vor- aber viele Nachteile.

Vorteile

  • Sie dienen den Fischen als natürliche Nahrungsergänzung.
  • Hm…

Nachteile:

  • Beim Einsetzen der Syphonspülung werden die Linsen unter Wasser gedrückt und verstopfen dann Pumpen, Schläuche und Rohre.
  • Es werden immer einige in die Pflanzbeete gespült, die dann entfernt werden müssen, um das Substrat nicht zu verstopfen.
  • Wasserlinsen verdecken die Sicht auf die Fische und verhindern damit die wichtige Beobachtung.
  • Sie machen es unmöglich genau zu wissen, wie viel Nahrung die Fische aufgenommen haben, da die verzehrte Biomasse nicht bekannt ist.
  • Bei der Entnahme aus Teichen können sie Parasiten und Krankheiten in das System eintragen.
  • Die Wasserlinsen entnehmen dem Wasser die Nährstoffe, die eigentlich für die Nutzpflanzen in den Pflanzbeeten bestimmt sind.

Alles in in allem war es also keine so gute Idee, Wasserlinsen in die Aquaponik einzubringen.

Falls Du Wasserlinsen trotzdem nutzen möchtest, empfehle ich, sie in einem separaten Tank innerhalb des Kreislaufs zu ziehen. Vor dem Füttern kann man sie dann wiegen und z.B. in einem Futterring außerhalb der Strömung des Siphons verfüttern.

Meine Aquaponik-Fehler: Teil 7 – Mangelnde Sorgfalt bei Materialauswahl

Fehler helfen beim Lernen. Damit Du aber nicht die gleichen Aquaponik-Fehler machen musst wie ich, beschreibe ich in dieser kleinen Artikelserie meine Fehler beim Bau und Betrieb der Aquaponik.

Tank 2 kurz nach der Inbetriebnahme

Ursprünglich habe ich das Wasser aus den Fischtanks mit einer Ringleitung auf den Pflanzbeeten verteilt (s. Foto).

Ein Grund davon abzurücken war der Pflegeaufwand, da die Leitungen regelmäßig mit Hochdruck durchgespült werden müssen.

Ein weiterer, wichtiger Grund war allerdings das Material der Leitungen: PVC
PVC enthält u.a. Phthalate, die in Lebewesen hormonell wirksam werden.

Das Material der IBCs selbst ( HDPE – High Density Polyethylen) gilt als unbedenklich. Allerdings ist hier zu beachten, was in den IBCs gelagert wurde. Wenn es sich dabei nicht um Lebensmittel handelte, musst Du davon ausgehen, dass sich Schadstoffe im Kunststoff eingelagert haben, die auch durch gründliches Waschen nicht entfernt werden können.

Meine Aquaponik-Fehler: Teil 6 – Zu wenig Würmer im Biofilter

Fehler helfen beim Lernen. Damit Du aber nicht die gleichen Aquaponik-Fehler machen musst wie ich, beschreibe ich in dieser kleinen Artikelserie meine Fehler beim Bau und Betrieb der Aquaponik.

In einer „klassischen“ Aquaponik gibt es einen Wasserkreislauf, der Fischtanks und Pflanzbeete verbindet. Dabei ist es nicht nur schwierig in den jeweiligen Bereichen optimale Bedingungen für Fische und Pflanzen zu schaffen (pH, Nährstoffe), sondern auch die festen Ausscheidungen der Fische können zu einem Problem in den Biofiltern/Pflanzbeeten werden.

Setzen sich über die Zeit größere Mengen dieser Feststoffe im Substrat der Filter ab, so können sich darin anaerobe (sauerstofffreie), faulende Zonen bilden.
In neueren Anlagenkonzepten wird deshalb entweder das Wasser aus den Fischtanks über Absetzbecken oder Filter geführt, bevor es in die Pflanzbeete geleitet wird, oder es werden gleich getrennte bzw. mehrstufige Kreisläufe für die verschiedenen Bereiche geplant.

Eine Lösung des Problems bei Anlagen mit einem Kreislauf ist es, in die Pflanzbeete Würmer einzusetzen, die die Feststoffe verarbeiten und damit deren Inhaltsstoffe auch noch für die Pflanzen verwertbar machen.

Leider hatte ich zu Beginn keine hinreichende Zahl von Würmern in die Pflanzbeete eingesetzt und es entstanden ein paar tote, faulige Zonen. Mittlerweile ist die Population der Würmer so groß, dass sie sich gut selbst erhält. Einige Würmer werden nämlich auch immer beim Fluten der Beete in die Fischtanks gespült, was die Bewohner stets sehr freut.

Meine Aquaponik-Fehler: Teil 1 – Platzierung der Pflanzbeete über den Fischtanks

Fehler helfen beim Lernen. Damit Du aber nicht die gleichen Aquaponik-Fehler machen musst wie ich, beschreibe ich in dieser kleinen Artikelserie meine Fehler beim Bau und Betrieb der Aquaponik.

In meiner Bauanleitung habe ich beschrieben, wie ich aus einem IBC jeweils einen Fischtank und ein Pflanzbeet für eine Aquaponik gewonnen habe und wie ich dieses Pflanzbeet über dem Fischtank gelagert habe.

IBC Aquaponik

Das ist eine prima Konstruktion, um Platz und Material zu sparen. Da enden die Vorteile dann aber auch schon.

Nachteile:

  • Die Fische zu beobachten ist eine wichtige, wiederkehrende Aufgabe. Durch ihr Verhalten kannst Du frühzeitig auf viele Probleme aufmerksam werden. Mit der vorgestellten Konstruktion können sich die Fische – besonders bei trübem Wasser – immer wieder gut in Ecken verdrücken, wo Du sie nicht beobachten kannst. Damit ist man oft im Blindflug, was die Fischgesundheit angeht.
  • Weil die Wasseroberfläche nur schlecht einsehbar ist, können Dir tote Fische, hereingefallene, ertrunkene Mäuse oder Nacktschnecken entgehen, die den Ammoniakanteil im Wasser gefährlich hoch treiben können.
  • Es ist fast unmöglich für Wartungsarbeiten vernünftig an alle Stellen des Fischtanks zu gelangen.
  • Die Isolierung des Fischtanks gegen Wärme, Auskühlen und Lichteinfall ist sehr schwierig.