Kurs Aquaponik – 02: Unterschiede konventionelle Aquakultur und Aquaponik

Hier entsteht gerade ein kleiner Online-kurs aquaponik. Wenn Du Lust hat, darfst Du dem Entstehungsprozess gerne zuschauen. Für Feedback bin ich sehr dankbar! Benutze bitte das Kommentarformular unten.

Aquakultur

In einer konventionellen Aquakulturanlage werden im Wasser lebende Tiere oder Pflanzen in einer künstlichen Umgebung außerhalb ihres natürlichen Lebensraumes gehalten. Ein einfaches Beispiel sind Karpfenteiche, die schon vor Jahrhunderten von Mönchen angelegt wurden. Die Teiche sind nicht natürlichen Ursprungs und Umwelteinflüsse wie z.B. der Wasserstand können gezielt gesteuert werden. Meistens verstehen wir unter Aquakultur heute ein System aus Tanks, in denen bestimmte Umweltbedingung gezielt eingestellt werden können.

Theoretisch befindet sich das Wasser in einer Aquakultur in einem geschlossenen Kreislauf. De facto ist dieses nicht so. Für Verdunstungs- und Spritzwasserverluste müssen 5% der Wassermenge täglich kalkuliert werden. (1)  Teilweise werden in der Literatur sogar deutlich höhere Werte angegeben, wenn nicht nur Verdunstungsverluste ausgeglichen werden müssen, sondern wenn eine hohe Besatzdichte die Filter überfordert und daher Wasseraustausch notwendig ist. Dabei ist zu bedenken, dass selbst in ökologischer Aquakultur eine Besatzdichte von 25 kg/m3 für Forellen erlaubt ist. (2) Damit hat – in ökologischer Produktion – eine Forelle von 500g das Wasservolumen von zwei Eimern Wasser für sich.

Die Filter von Aquakulturanlagen müssen regelmäßig erneuert und gereinigt werden. Diese Rückstande stellen neben Abwasser eine weitere Belastung der Umwelt dar.

Aquaponik

Aquaponik versucht die Nachteile konventioneller Aquakulturanlagen in Vorteile zu verwandeln. Dazu werden Aquakultur und hydroponischer Pflanzenanbau kombiniert (Aqua-ponik). Bei konventioneller Hydroponik ziehen die Pflanzen Nährstoffe direkt aus dem Wasser, in dem sie gezogen werden. Dabei ist eine sehr genaue Steuerung der zugesetzten Dünger notwendig. Bei der Aquaponik findet der Pflanzenanbau im Wasser auf dem Substrat der Filteranlagen der Fischzucht statt. Die Pflanzen regenerieren die Filter und ein Austausch der Filter bzw. ihrer Medien ist nicht mehr notwendig. D.h. die Pflanzen leben von den Fischausscheidungen und klären damit das Wasser für die Fische.

Test zu Unterschieden konventioneller Aquakultur und Aquaponik

< ZURÜCK     WEITER >

Inhaltsverzeichnis

Teil 1

Einführung in den Kurs

Unterschiede konventionelle Aquakultur und Aquaponik

Kreislaufsysteme: Futter – Fisch – Bakterien – Pflanzen

Wasserkreislauf: Tanks, Pumpen und Pflanzbeete

Biofilter: Funktion

Biofilter: Aufbau und Aktivierung

Fische

Pflanzen

Wartungsarbeiten

Teil 2

Bauanleitung IBC Aquaponik

1) Baer, J. (2003). Warmwasser-Kreislaufanlagen zur Speisefischproduktion in Baden-Württemberg: Eine wirtschaftliche Alternative zur herkömmlichen Tierproduktion?. 1st ed. [ebook] Landwirtschaftliches Zentrum für Rinderhaltung, Grünlandwirtschaft, Milchwirtschaft, Wild und Fischerei Baden-Württemberg. Available at: http://www.lazbw.de/pb/site/lel/get/documents/MLR.LEL/PB5Documents/lazbw_ffs/Baer_2003_KLA_BW.pdf [Accessed 21 Feb. 2016].

2) Eur-lex.europa.eu, (2009). VERORDNUNG (EG) Nr. 710/2009 DER KOMMISSION. [online] Available at: http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32009R0710&rid=2 [Accessed 21 Feb. 2016].

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.