Folientunnel – Wintersaat: Zwischenbilanz im späten März

Im Oktober habe ich den Folientunnel winterfertig gemacht. Dazu gehörte in seinem ersten Winter auch die Erprobung von Wintersaaten, zu denen ich u.a. durch englischsprachige Literatur wie The Polytunnel Handbook oder How to Grow Food in Your Polytunnel inspiriert wurde.

Durch die Tabellen in den Büchern war mir allerdings schon klar, dass Flensburg eben eher auf der Höhe von Edinburgh denn von London liegt und dass damit die Möglichkeiten schon durch mangelndes Licht beschränkt sind. Entsprechend ernüchternd fielen die folgend beschriebenen Ergebnisse dann auch aus. Aber Versuch macht klug! 🙂

Am 7.10.2012 hatte ich folgenden Bestand im Polytunnel (samt Zustand Ende März 2013):

  • 1 Kiwi (eine Ranke von ca.3,5m, sieht gut aus)
  • ein junger Wein aus einem Reiser vom Vorjahr (sieht lebendig aus)
  • 3 Artischocken (im selben Jahr aus Saat gezogen; im Januar letzte erfroren)
  • 5 Pflanzen glatte Petersilie (3 Stück übrig)
  • 2 Okrapflänzchen (im November erfroren)
  • 2 kleine Auberginen, die gerade erst blühten (zurückgeschnitten und unter Plastikflasche; im November erfroren)
  • 1 Physalis (fast auf den Stock zurückgeschnitten; im Dezember unter Plastikflasche als Abdeckung erfroren)
  • 6 Pflanzen Zitronengras (im Dezember erfroren)
Polytunnel: Artischocke, Kiwi, Zitronengras und Auberginen (Oktober 2012)

Polytunnel: Artischocke, Kiwi, Zitronengras und Auberginen (Oktober 2012)

Ausgesät habe ich:

  • Rucola (gut gekeimt, dann bis heute 80% Verlust)
  • Feldsalat (gute Ernte Anfang Februar)
  • Mangold (nicht gekeimt)
  • Brokkoli (unter Plastikflaschen als Abdeckung im Januar erfroren)
  • Rote Beete (unter Plastikflaschen als Abdeckung im Januar erfroren)
  • Karotten (klein, aber vital)
  • Schnittsalat (wächst zusehends)
  • Erbsen (bis Februar alle erfroren)
  • Dicke Bohnen (bis Februar alle erfroren)

Der Erfolg der Wintersaat war also durchaus beschränkt. Vielleicht hätte ich mit zusätzlichen Abdeckungen mit Vlies noch etwas mehr retten können. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass wir jetzt (Ende März) immer noch Schnee und nachts Temperaturen bis minus zehn Grad haben, glaube ich nicht, dass der Aufwand viel gebracht hätte.

Vielleicht hätte auch eine funktionierende Wärmesenke etwas geholfen…

Karotten im Folientunnel

Winzige Karotten zwischen Bewässerungsschläuchen (März 2013)

Schnittsalat im Folientunnel

Schnittsalat im Folientunnel (März 2013)

Holzrahmen mit Stahlbügeln, Polystyrol-Boden und Vlies

Holzrahmen mit Stahlbügeln, Polystyrol-Boden und Vlies für Anzucht

 

How to Grow Food in Your Polytunnel – All Year Around

Andy McKee & Mark Gatter, How to Grow Food in Your Polytunnel – All Year Around, Green Books Ltd., 2010, Preis 13,99 €

Auf insgesamt 185 Seiten beschreiben die Autoren den Betrieb eines Polytunnels durch die vier Jahreszeiten. Auf 80 Seiten davon geben sie Tipps zu verschiedenen Gemüse und Obstsorten für den Anbau in einem Foliengewächshaus. Besonders diese Kapitel sind für einen norddeutschen Folientunnel-Gärtner von eher geringer Wichtigkeit, weil man die meisten Hinweise aufgrund der andersartigen klimatischen Verhältnisse nicht direkt übertragen kann (s.a. meine Versuche zum Winteranbau).

Insgesamt aber – gerade für den Preis – ein empfehlenswertes Buch mit einigen netten Tipps auch abseits der Verwendung im Folientunnel.

The Polytunnel Handbook

Andy McKee & Mark Gatter, The Polytunnel Handbook, Planning – siting – erecting – using – maintaining, Green Books Ltd., 2010, Preis 13,99 €

In Deutschland sind Folientunnel für Privatanwender nicht unbedingt sehr verbreitet und die erhältlichen Exemplare sind auch oft eher auf der wackeligen Seite. In Großbritannien sieht das völlig anders aus.

Das Buch beschreibt auf 110 Seiten den Kauf bzw. den Selbstbau eines Folientunnels, die Standortwahl und was man in welchen Regionen Großbritanniens darin anbauen kann.

Allein ist das etwas zu wenig. Mit Videos und Informationen aus dem Internet ergänzt ist das Buch aber durchaus zu empfehlen.

Schwierig ist die Übertragbarkeit auf (nord-)deutsche Verhältnisse. Deshalb habe ich eigene Versuche z.B. zum Winteranbau gemacht.

Wärmesenke – Elektrik, Update

Nachdem ich mit überalterten Akkus nicht die gewünschten Erfolge erzielen konnte, sieht meine Elektrik derzeit (15.3.2013) so aus:

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Ein Laderegler mit Tiefenentladeschutz lädt einen 7,5 Ah Akku. Gespeist wird der Laderegler momentan von einem außen angebrachten 5 W Panel und zwei provisorisch im Folientunnel platzierten 20 W Panelen.

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Bis vor wenigen Tagen reichte der Ladestrom der Panele nicht, um die dritte Ladeleuchte zu aktivieren. Mit der Sonne der letzten Tage hat sich dieses Problem erledigt. Damit läuft der Lüfter auch 24/7. Durch Außenmontage (s.u.) der Panele nach Vorbild des 5 Watt Panels sollte sich die Ausbeute deutlich verbessern lassen.

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Wärmesenke – Update nach dem Winter

Die Sensoren für die Temperatur im Folientunnel und draußen haben mir zwar häufiger einen Streich gespielt, aber die erhalten Daten deuten nicht unbedingt auf einen Erfolg der Wärmesenke für den Winter hin.

Wie man im Temperaturschrieb sehen kann, hat die Wärmesenke die Temperaturspitzen des Tages nicht sonderlich effektiv abgefangen. Und in manchen Nächten soll die Temperatur im Folientunnel sogar unter der Außentemperatur gelegen haben…

Mögliche Gründe:

  • Volumenstrom der Luft durch die Wärmesenke reicht nicht, um die Masse der Senke hinreichend zu erwärmen. –> stärkere Lüfter!
  • Masse der Wärmesenke ist nicht groß genug, um genug Wärmespeicher zu liefern. –> Öffnen und Masse in Form von Steinen hinzufügen.
  • Verweildauer der Luft in der Wärmesenke ist durch zu kurzen Weg zu gering, um genug Wärme an die thermische Masse der Wärmesenke abzugeben. –> Öffnen und längere Kanäle durch die thermische Masse mit mehr Oberfläche bauen.
  • Akkus und Solarpanele stellen nicht genug Strom bereit, um die Lüfter 24/7 laufen zu lassen. –> Größere Panele montieren.
  • Die thermische Masse der Wärmesenke ist zu gering im Verhältnis zum Volumen des Polytunnels und seiner nachts Wärme abstrahlenden Oberfläche. –> Volumen und Masse der Wärmesenke erhöhen.

Wahrscheinlich handelt es sich um eine Mischung aus allen Faktoren. Zumindest hat die Lüfterlaufzeit mit zunehmender Tageslänge auch zugenommen. Ich werde jedenfalls versuchen das System zu optimieren und bin gespannt auf den Sommer!

Nutzfische und Krebse – Lebensraum, Erkrankungen und Therapie

Werner H. Baur, Grit Bräuer, Jörg Rapp, Nutzfische und Krebse – Lebensraum, Erkrankungen und Therapie, Enke, 2010, Preis 49,95 €

Dieses Buch schildert sehr umfangreich – und auch für Laien verständlich – Erkrankungen von Fischen und deren Therapie.

Damit diese Kapitel allerdings möglichst nicht in Anspruch genommen werden müssen, beschreiben die vorhergehenden Seiten Umweltfaktoren, die die Fischgesundheit beeinflussen. Dazu zählen Anlage und Erhalt von Gewässern, (Grenz-)Werte für Inhaltsstoffe des Wassers, gesetzliche Regelungen oder Besatz von Gewässern.

Empfehlenswert!

Videos

  • Rob Torcellini hat sich eine High-Tech-Version einer Aquaponikanlage gebaut. Seine Erdbeertürme sind phantastisch! Videobauanleitung der Erdbeertürme.

  • Ein Video der australischen Firma Backyard Aquaponics, das mich zum Bau meiner Anlage inspiriert hat. Im Detail sind meine IBCs etwas anders verarbeitet. Aber das hier war der Ausgangspunkt. Danke Backyard Aquaponics!

Aquaponic Gardening, A Step-by-Step Guide

Sylvia Bernstein, Aquaponic Gardening, A Step-by-Step Guide for Raising Vegetables and Fish Together, New Society Publishers, 2011, Preis 22,10 €

Wirklich detaillierte Einführung in das Thema. Leider werden amerikanische Buchautoren nach Seiten bezahlt. Deshalb ist das Buch unnütz durch diverse Anhänge aufgefüllt, die teilweise nur Wiederholungen der Überschriften mit Stichworten dazu sind. Auch die einführenden Kapitel zum Ressourcenverbrauch der Amerikaner sind für einen informierten Europäer eher als interkulturelle Studie interessant…

Beckenheizung und Elektrik

Nachdem meine Pumpen die letzten Wochen über Timer gesteuert wurden, die an einer Dreiersteckdose hingen, machte der Kälteeinbruch der letzten Tage ein Überarbeiten der Elektrik und den Anschluss von Heizungen notwendig.

Grünkohl, Mangold, Petersilie und Physalis werden regelmäßig abgeerntet/zurück geschnitten, um das Wachstum anzuregen.
Die Isolierung der Tanks ist noch provisorisch und es fehlen Holzverkleidungen der Tanks.

Heizungen verhageln natürlich ganz schön die Energiebilanz des Systems. Doch darf man auch fragen, wie viel Energie der Transport von Lebensmitteln an den nördlichen Rand Deutschlands beansprucht. Und ein bisschen Hobby ist ja auch dabei. 🙂 Trotzdem werde ich den Energiebedarf durch ein Messgerät in der Zuleitung zur Aquaponik erfassen und auch hier veröffentlichen.

Die Schleie könnten grundsätzlich auch ohne Heizung auskommen. Die Pumpen müssten die Oberfläche eine Weile eisfrei halten. Doch die Bakterien des Biofilters stellen so um 4°C das Wachstum ein. Und darunter sterben sie ab. Daher dienen die Heizungen weniger der Pflege der Fische als der Pflege der Biofilter.

Die Anlage hat jetzt zwei Temperatursteuerungen für insgesamt vier 300W Aquarienheizungen. Jede Steuerung hat einen Sensor. Diese hängen jeweils in einem der Tanks. Bei weniger als 6°C Wassertemperatur werden die Heizstäbe eingeschaltet.

Da sich die Wassertemperatur der beiden Tanks bisher nie mehr als 0,5°C unterschied, habe ich nicht beide Heizungen eines Tanks an die Steuerung des Sensors im Tank gehängt, sondern an jede Steuerung je eine Aquarienheizung aus jedem Tank. Falls eine Steuerung ausfallen sollte, müsste so die andere eine gewisse Redundanz darstellen. Schauen wir mal.

Die auf dem Bild zu sehenden, leeren Steckdosen sind für die Pumpen künftiger Pflanzbeete (Frühjahr 2013), Lüfter oder andere Erweiterungen vorgesehen.

Unerwartete Pilzernte

Im April 2011 hatte ich zwei in unserem Garten geerntete Stammabschnitte einer Birke mit Körnerbrut vom Austernpilz geimpft, die Stämme einige Monate feucht unter einem Laubhaufen verbuddelt und anschließend hinter unserem Gartenhaus zu 1/3 eingegraben.

Angeblich soll man mit Glück schon im ersten Jahr Pilze ernten können. Dieses Glück war mir nicht hold. Aber ab 20° wächst ja das Pilzmyzel wieder… Doch auch in 2012 schien sich die Hoffnung auf frische Austernseitlinge nicht zu erfüllen. Bis ich vor ein paar Tagen mehr zufällig hinter den Schuppen schaute….

Dort erwartete mich dann eine kleine, aber gut aussehende Pilzernte!

Nach sorgfältiger Reinigung der Pilze schnitt ich sie in Streifen und gab sie zu einer klein geschnittenen Zwiebel, die ich schon etwas in Olivenöl angeschwitzt hatte. Dann zog ich die Hitze etwas hoch, um die Pilze schön zu bräunen.

Etwas Salz und Pfeffer, dann das Ganze noch langsam mit Sahne aufgegossen und fertig war eine leckere Belohnung für circa eine Stunde Bastelarbeit mit Kettensäge, Spatel für Pilzbrut und Baumwachs.

Mist, die frische Petersilie vergessen – hat trotzdem klasse geschmeckt. 😉